Aktuelle Meldungen


Corona-Update vom 18.05.2020

NABU-Bodenseezentrum weiterhin geschlossen - alle Veranstaltungen bis einschließlich 05. Juni 2020 abgesagt.

Bis mindestens 05. Juni 2020 gilt:

  • die Ausstellung des NABU-Bodenseezentrums ist geschlossen
  • alle öffentlichen und gebuchten Führungen, Veranstaltungen und naturpädagogischen Angebote sind abgesagt. Bitte haben Sie Verständis dafür, dass unsere Terminübersicht auf der Homepage leider nicht dementsprechend angepasst werden kann.
  • bereits gebuchte Veranstaltungen werden kostenfrei storniert. Bitte setzen Sie sich wegen eines Ersatztermins  mit uns in Verbindung
  • Buchungen für einen späteren Zeitpunkt nehmen wir gerne an. Sollte es zu einer Verlängerung der Vorsichtsmaßnahmen kommen, können diese Buchungen ggf. ebenfalls wieder kostenlos storniert werden.

Wir danken für Ihr Verständnis und freuen uns schon darauf, wenn wir wieder gemeinsam mit Ihnen die Natur entdecken können. Bleiben Sie bis dahin gesund und genießen Sie die frische Frühlingsluft!

 

Telefonisch und per Mail sind wir weiterhin zu erreichen:

Tel.: 07531.921 66-40

Mail: NABU@NABU-Bodenseezentrum.de


Mai 2020

Kooperation von NABU und Randegger Ottilienquelle

5 Millionen Flaschenetiketten werben für die Arten- und Lebensraumvielfalt

Thomas Körner (NABU), Christoph, Dieter und Clemens Fleischmann (v.l.n.r. ) präsentieren die neuen Etiketten - Foto: Otillienquelle
Thomas Körner (NABU), Christoph, Dieter und Clemens Fleischmann (v.l.n.r. ) präsentieren die neuen Etiketten - Foto: Otillienquelle

13. Mai 2020 Die Randegger Ottilien-Quelle und der NABU stellen im Jahr 2020 ehemalige Vögel des Jahres aus unserer Region, deren Bedeutung, Gefährdung und Schutzmaßnahmen vor. Auf fünf Millionen Etiketten der 0,7-Liter Mineralwasserflaschen der Randegger Ottilienquelle werden folgende Arten vorgestellt: Flussregenpfeifer, Turteltaube, Turmfalke, Bekassine, Eisvogel, Feldlerche, Grünspecht, Haubentaucher, Star, Weißstorch und Teichrohrsänger. Zudem gibt es ein Etikett, das die Aktion "Vogel des Jahres" im Detail erklärt. Der NABU darf sich zudem noch über 10.000 € freuen, die Randegger im Zuge der Aktion spendete. Wir sagen ein herzliches Dankeschön für dieses Engagement!

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Hier können Sie sich die Etiketten im Detail ansehen
NABU 2020 Rücketiketten Vögel mit 12 Mot
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2020.05.13 Südkurier über NABU Aktion.JP
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2020.05.13 Wochenblatt über NABU Aktion.
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Januar 2020

NABU-Naturschutz-Oscar: Lina-Hähnle-Medaille geht an Harald Jacoby

60 Jahre im ehrenamtlichen Einsatz für Natur- und Vogelschutz am Bodensee

Das unermüdliche Engagement von Harald Jacoby wird mit der Lina-Hähnle-Medaille geehrt - Foto: NABU/C. Wild (v.l.n.r. Heide Jacoby, Harald Jacoby, Uwe Prietzel, Johannes Enssle)
Das unermüdliche Engagement von Harald Jacoby wird mit der Lina-Hähnle-Medaille geehrt - Foto: NABU/C. Wild (v.l.n.r. Heide Jacoby, Harald Jacoby, Uwe Prietzel, Johannes Enssle)

05. Januar 2020 Stuttgart/Radolfzell - Die Liste der naturschutzfachlichen Erfolge, an denen der Ornithologe und leidenschaftliche Naturschützer Harald Jacoby beteiligt war, ist lang. Als Anerkennung für seine langjährigen Verdienste um den Naturschutz überreichte ihm der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle gestern auf den Naturschutztagen in Radolfzell die Lina-Hähnle-Medaille. Sie ist die höchste Auszeichnung des NABU. „Seit 60 Jahren ist Harald Jacoby unermüdlich im Einsatz für Mensch und Natur am Bodensee und weit darüber hinaus. Getreu dem Motto des NABU hat er sein ornithologisches Wissen für den Natur- und Artenschutz eingesetzt. Maßgeblich durch sein Engagement hat sich das Naturschutzgebiet rund ums Wollmatinger Ried zu einem prächtigen, international ausgezeichneten Schutzgebiet entwickelt. Ich freue mich sehr, dass ich heute die Lina-Hähnle-Medaille, den Oscar des NABU, an den Pädagogen, Ornithologen und Naturschutzmacher vom Bodensee verleihen darf. Wir hoffen, dass Harald Jacoby seiner Leidenschaft, der Ornithologie, noch viele Jahre nachgehen kann.“

 

Seine lange Kariere im Naturschutz begann Harald Jacoby bereits als junger Bursche. Er durchstreifte mit gespitzten Ohren, wachem Blick, Notizblock und Fernglas das Wollmatinger Ried, auf der Jagd nach vogelkundlichen Ereignissen. Seine ornithologischen Aufzeichnungen rund um den Bodensee reichen bis ins Jahr 1956 zurück. Als Grund- und Hauptschullehrer begeisterte und sensibilisierte er später seine Schülerinnen und Schülern kenntnisreich für die Schönheit und die Bedürfnisse der Natur. Viele junge Menschen hat er begleitet und gefördert, darunter Volker Mosbrugger. Sein Schützling wurde später Generaldirektor des Forschungsinstituts und Naturmuseums Senckenberg in Frankfurt am Main. Neben seinem Engagement vor Ort setzte sich Jacoby für den landesweiten Naturschutz ein.

 

Im Einsatz für ein besonderes Naturschutzgebiet

Mit Überzeugungskraft und Erfolg kämpfte der Ornithologe für das Ende der traditionellen Wasservogeljagd am Bodensee. So konnte sich das Ermatinger Becken zum größten Überwinterungsgebiet für Wasservögel in Baden-Württemberg entwickeln. Besonders störungssensible Arten wie Singschwan, Zwergschwan, Spießente, Kolbenente und großer Brachvogel nahmen seitdem stark zu. Das Naturschutzgebiet Wollmatinger Ried - Untersee – Gnadensee ist heute das größte Überwinterungsgebiet für Wasservögel im Land – und Jacobys Territorium, in dem er „jeden Vogel mit Vornamen kennt“, wie Freunde über ihn sagen. 1968 wurde es mit dem Europadiplom der EU ausgezeichnet und hält die Auszeichnung seitdem.

 

Jacoby ist ein Teamplayer und Netzwerker im Naturschutz, aber zugleich ein Macher. Im Bewusstsein, dass es Taten statt Worte braucht, um das vorhandene Naturpotenzial zu bewahren, gründete er mit Vogelfreunden die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Bodensee (OAB). In deren Rahmen organisiert er seit nunmehr 62 Jahren unermüdlich, Jahr für Jahr, die bodenseeweite Zählung der Winterwasservögel inklusiver aller fliegenden Wintergäste, um deren Entwicklung zu dokumentieren. Ganz selbstverständlich arbeiten darin bis heute deutsche, österreichische und schweizerische Feldornithologinnen und -ornithologen zusammen.

  

Als aktiver Ornithologe setzte Jacoby viele Akzente in seiner Naturschutzheimat, dem NABU. Ab 1978 engagierte er sich als Mitglied des Landesvorstands im Deutschen Bund für Vogelschutz (DBV). Erst nach der Wende wurde aus dem DBV der Naturschutzbund Deutschland, kurz NABU. Dem Landesvorstand gehört er bis 1985 an. Anno 1979 wurde ein Herzenswunsch Jacobys wahr: Am Wollmatinger Ried eröffnete das erste NABU-Naturschutzzentrum im Land, dessen ehrenamtlicher Leiter er viele Jahre blieb. Gemeinsam mit seinem Team betreute er in dessen Folge das Naturschutzgebiet Wollmatinger Ried – Untersee – Gnadensee und 14 weiterer Naturschutzgebiete. Im selben Jahr wurde Jacoby zudem Vorsitzender des NABU Konstanz, trieb den Naturschutz am See weiter voran und unterstützte die ehrenamtlich Aktiven professionell und tatkräftig.

 

Aktiv für das NABU-Kompetenzzentrum am Bodensee

Viele Jahre setzte sich Jacoby hartnäckig und engagiert für ein Naturschutzzentrum ein, das die Naturschutzarbeit des NABU bündeln sollte. Das NABU-Bodenseezentrum nahm nach etlichen Jahren Planung, aber nur einem Jahr Bauzeit, im Oktober 2018 die Arbeit auf. Es dient seitdem als Kompetenzzentrum für den Naturschutz in der Region und zentrale Anlaufstelle für Umwelterlebnisse. Als Geschäftsführer der Bodenseestiftung, einem Zusammenschluss der maßgeblichen Natur- und Umweltschutzvereinigung des Bodensees, setzte sich Jacoby zehn Jahre lang öffentlichkeitswirksam für den Naturschutz am See ein. Er entwickelte mit dem NABU und Partner aus der Wirtschaft Modellprojekte zum ökologischen Wirtschaften. Dies mündete in das Großprojekt „Zukunftsfähiger Bodensee“ der Bundesstiftung Umwelt.

 

Nach dem Motto, wer rastet der rostet, beteiligt sich der fast 80-Jährige Harald Jacoby weiterhin aktiv an der Naturschutzarbeit im NABU, führt Exkursionen ins Wollmatinger Ried, hält Fachvorträge und verfasst Publikationen.

 

 Hintergrund:

Die „Lina“ – eine Auszeichnung für Naturschutzmacher/-innen

Die Lina-Hähnle-Medaille ist die höchste Auszeichnung des Naturschutzbundes. Sie ist benannt nach der Gründerin des NABU. Sie wird seit 1989 vergeben, seit 2005 gezielt an NABU-Mitglieder oder NABU-Gruppen, die sich in herausragender Weise um den Schutz der Natur und die Schaffung einer lebenswerten Umwelt verdient gemacht haben. Die ausgezeichneten Personen oder Gruppen sollen Schrittmacher und Motor für den nationalen und internationalen Natur- und Umweltschutz sein oder sich in besonderer Weise für die Entwicklung des NABU engagiert haben. Die Vergabe erfolgt auf Vorschlag durch den Bund-Länder-Rat des NABU an die NABU-Gruppe des Jahres sowie die oder den NABU-Aktive/-n des Jahres.