Riedführung aktuell

Winter im Ried

Brachvogel - Foto: NABU/ Tom Dove
Brachvogel - Foto: NABU/ Tom Dove

Der Winter findet bisher eher im Kalender statt. Trotz der milden Temperaturen sind zahlreiche gefiederten Wintergäste angereist, um hier den Winter zu verbringen. Und so findet man auf dem See große Ansammlungen von Arten wie Sing- und Zwergschwäne, Tafel-, Reiher- und Kolbenenten. Aufgrund der niedrigen Wasserstände, lassen sich diese Arten am besten von der Burgruine Schopflen auf unserem Infopfad auf dem Reichenauer Damm beobachten. In der vorgelagerten Flachwasserzone und freiliegenden Schlickflächen suchen außerdem langbeinige Watvögel im Schlamm nach Futter. Der größte von ihnen ist der „Große Brachvogel“. Zusammen mit den Gesängen der Singschwäne, ist sein lauter wehmütiger Ruf im Winter sehr typisch für das Wollmatinger Ried.


Die Feldlerche - Vogel des Jahres 2019

Feldlerche mit Insekt - Foto: Peter Lindel
Feldlerche mit Insekt - Foto: Peter Lindel

Die Feldlerche ist der Vogel des Jahres 2019. Sie ist eine wunderbare Sängerin. Steigt sie in die Höhe, scheint ihr Gesang direkt aus dem Himmel zu kommen. Doch wie viele andere Feldvögel in Deutschland leidet die Lerche unter der intensiven Landwirtschaft. In nur 20 Jahren ging ein Drittel des Bestands verloren. Der Himmel über unseren Feldern verstummt zunehmend.

 

Häufig sehen wir die Lerchen erst, wenn sie unvermittelt vor uns auffliegen. Dann fallen besonders die weißen Seitenkanten des Schwanzes auf. Wer die Ohren spitzt, hört die typischen rollenden Rufe der Feldlerche, welche letzte Zweifel bei der Artbestimmung beseitigen. Sie klingen wie „prriit“ oder „prrli“ und sind auch von ziehenden Vögeln auf dem Flug ins Winterquartier oder zurück ins Brutgebiet zu hören.

 

Die Männchen singen meist während des Fluges. Da der Vogel dabei auf eine Höhe von meist 50 bis 200 Metern steigt, hat man das Gefühl, der Gesang käme direkt aus dem Himmel. Vom Boden ist der Vogel dann kaum noch zu sehen. Singt eine Feldlerche hingegen am Boden, handelt es sich häufig um ein Weibchen. Ihr Lied ist erheblich kürzer und leiser als das der Männchen im Singflug.

 

Die Gesangs-Saison der Feldlerche beginnt bereits im Januar oder Februar und endet Ende Juli. Sie trällert von der Morgendämmerung bis hin zum Abend. Einst galten die kleinen Vögel wegen ihres frühen Starts in den Tag als natürliche Wecker. Wer sich jedoch heute auf den fröhlichen Lerchenwecker verlässt, wird vielerorts wohl verschlafen.

 

Die Feldlerche leidet an der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft. Wissenschaftliche Auswertungen zeigen, dass parallel zu steigenden Erträgen bei Weizen & Co. überall die Feldlerchenbestände schrumpfen – nicht weil Feldlerchen vermehrt sterben, sondern weil sie nicht mehr genügend Junge aufziehen können.

 

Weltweit gesehen ist die Feldlerche aufgrund ihres riesigen Verbreitungsgebietes mit derzeit circa 150 bis 260 Millionen Brutpaaren ein häufiger Vogel.

 

Die Feldlerchenbestände befinden sich jedoch im deutlichen Sinkflug: Offizielle Monitoringdaten des Dachverbands Deutscher Avifaunisten (DDA) zeigen zwischen 1990 und 2015 einen Bestandseinbruch um 38 Prozent. Also deutlich mehr als ein Drittel des Bestandes ist verschwunden. Im Bodenseegebiet verlor die Feldlerche nach Erhebungen der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Bodensee zwischen 1980 und 2012 sogar 88 % ihres Vorkommens.

 

Auch wenn die Bestände dramatisch zurückgehen, kann der Gesang der Feldlerchen am westlichen Bodensee und im Hegau noch da und dort gehört werden.

 

Auf unserer Führung im Heudorfer Ried kommen Sie mit etwas Glück in den Genuss der Gesänge der Feldlerche.

 

"Wo die Feldlerche noch singt"

So, 02. Juni um 7:30 Uhr, mit G. Lejeune-Härtel

Treffpunkt: Parkplatz südlich Ortseinfahrt Heudorf rechts

Kosten: 5 €

Achtung: nur bei gutem Wetter!

 


Das NABU-Bodenseezentrum ist eröffnet

Feierlicher Auftakt mit Führungen und Erlebnisstationen

 

Mit einem Schnitt durch das blaue Eröffnungsband gab der NABU-Landesvorsitzende zusammen mit Umweltminister Franz Untersteller, Oberbürgermeister Uli Burchardt aus Konstanz, Bürgermeister Dr. Wolfgang Zoll aus Reichenau und Architekt Christian Müller die neuen Gebäude für den NABU und seine Besucher frei.

 

Am Nachmittag gab es ein öffentliches Programm. Zahlreiche Besucher erkundeten die Erlebnisstationen, nahmen an Führungen durch das Haus und  die Ausstellung teil und Kinder bastelten mit Naturmaterialien.

 

Das neue NABU-Bodenseezentrum gibt den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den bisherigen NABU-Zentren Wollmatinger Ried und Mettnau sowie der Bezirksgeschäftsstelle Donau-Bodensee ein neues Zuhause.

 

Das neue Zentrum besteht aus zwei Gebäuden. Im Hauptgebäude befinden sich Büros sowie eine neue Dauerausstellung, die in die Naturerlebniswelt zwischen Bodenseeufer und Hegau einführt. Im Nebengebäude sind eine Werkstatt für die Landschaftspflegegeräte sowie ein Wohnbereich untergebracht.

 


Blog zum Bau des NABU-Bodenseezentrums

Verfolgen Sie den aktuellen Stand der Bauarbeiten

Seit Juni 2015 unterstützt der erfahrene Architekt Urban Heydler den NABU als angestellter Projektmanager beim Neubau des NABU-Bodenseezentrums. Für diesen Blog fotografiert und berichtet er über die Fortschritte auf der Baustelle. Hier geht's zum Blog!