Aktuelle Beobachtungstipps

Was ist los im April?


Blühte der Schlehe
Die Blüten der Schlehe verzaubern nun die Landschaft - Foto: NABU/H. May

Im April zieht der Frühling mit Pauken und Trompten ins Land. Wer nun bei einem Frühlingsspaziergang in der Bodenseergegion unterwegs ist, der kann sich auf Schritt und Tritt an Frühlingsboten erfreuen.

 

An Waldrändern und Hecken verzaubern reichblühende Schlehen die Waldränder und Hecken mit ihren weißen Blütenwolken. Unter den Gebüschen bildet das Buschwindröschen weiße Teppiche, dazwischen blinken gelbe Blüten des Scharbockskrauts hervor.  Aus den Hecken rufen Zilpzalpe ihren Namen, Mönchsgrasmücken flöten munter vor sich hin und Spechte trommeln in den Frühlingswäldern. Rauch- und Mehlschwalben kehren zurück und Ende April die ersten Mauersegler. 


Frühlingserwachen im Auwald

Buntspecht im Frühlingswald
Buntspecht - Foto: NABU/T. Dove

Die Auwälder rund um den Bodensee zeigen bereits  ihre ersten Farben. Frühblüher, wie Buschwindröschen und Schlüsselblume haben ihre Blüten geöffnet und malen weiße und gelbe Farbtupfer auf den Waldboden. Auch in der „oberen Etage“ ist einiges los: Die Spechte beginnen bereits sehr früh im Jahr mit ihrer Balz und an schönen Frühlingstagen schallen das Trommeln des Buntspechts und das „Glück-glück-glück“ des Grünspechts durch die Wälder und über die Lichtungen. Mit etwas Glück lassen sich in den Wäldern der Bodenseeregion sechs Spechtarten (Buntspecht, Kleinspecht, Mittelspecht, Grünspecht, Grauspecht und Schwarzspecht) vernehmen und beobachten.

 


Alles quak?! Amphibien sind nun wieder munter

Mit den ersten warmen und feuchten Nächten des Jahres beginnt auch die Paarungs- und Laichzeit unserer Frösche, Kröten und Molche. Sie verbrachten den Winter vergraben in Walderde unter Holz und Steinen und machten sich bereits im Februar auf den Weg in ihre Laichgewässer.

 

In unseren Naturschutzgebieten auf dem Bodanrück ist der Springfrosch besonders häufig anzutreffen – allerdings nur auf sehr kleinem Raum: schon hinter Singen trifft man keine Springfrösche mehr an und muss erst in die Oberrheinebene fahren, um ihn wieder zu treffen. Den kleinen, braunen Hüpfer erkennt man am besten an seiner dunkelbraunen Augenbinde und seinen langen Beinen – seinen Namen hat er nicht von ungefähr. Da Frösche hauptsächlich nachtaktiv sind, findet man bei Waldspaziergängen häufiger den Laich als die Frösche selbst. Wenn Sie sich die Weiher in unseren Naturschutzgebieten Dingelsdorfer Ried und Bündtlisried oder größere Pfützen entlang der Waldwege genauer anschauen, fallen Ihnen vielleicht die ca. faustgroßen, milchig hellen „Eierklumpen“ auf.

 

Kammmolch
Mit ein bisschen Glück zu entdecken - ein Kammmolch - Foto: NABU/O. Klose

Auch die männlichen Molche tragen zur Zeit ihr Hochzeitskleid und versuchen, ihre Weibchen zu bezirzen. Dazu stellen sie sich vor dem Weibchen in Position und fächeln mit ihrem Schwanz Duftstoffe in Richtung ihrer Angebeteten. Werden die Bitten erhört, findet die Paarung statt und das Weibchen legt kurze Zeit später ihre Eier ab, die sie einzeln an Blätter und Stengel von Wasserpflanzen klebt.

 

In unserem FFH-Gebiet Göldern, direkt hinter dem NABU Bodenseezentrum, kann man mit etwas Glück alle drei Molcharten beobachten, die im Raum Konstanz vorkommen. Neben Berg- und Teichmolch kommt hier sogar der seltene Kammmolch vor, der seinen Namen von seinem beeindruckenden Rückenkamm hat.